Intervallfasten

Low Carb, Low Fat, Paleo, Trennkost etc. Jede Diät hat negative Seiten, die in der Regel dazu führen, dass Abnehmwillige damit nicht nachhaltig erfolgreich sind. Jedenfalls dann nicht, wenn sie dabei auch noch genussvoll, vielfältig und ausgewogen essen möchten. Diäten bringen den Körper in der Regel in einen Mangelzustand, den niemand auf Dauer aushält. Es droht der Jojo-Effekt, mit dem die mühsam verlorenen Kilos schnell zurückkehren.

Muss das sein, dass nur Hungern hilft, das Gewicht zu regulieren? Definitiv nicht!

Die Vorteile des Intermittierenden Fastens

Strenge Essenregeln ohne Ausnahmen, die Lebensmittel ausschließen oder mit der Angst spielen, dass ein falscher Bissen jede vorherige Bemühung zunichte macht, sind keine Dauerlösung.

Trotzdem ist es so, dass viele Menschen, die Ihre Ernährung verbessern und Gewicht verlieren möchten, etwas „an die Hand“ brauchen, nachdem sie sich richten können und womit ihnen ein Einstieg in eine Ernährungsumstellung gelingt.

Dafür kann das Intervallfasten oder Intermittierende Fasten eine gute Lösung sein. Unser Stoffwechsel ist auf Dauer überfordert, wenn er ständig Nahrung zu verdauen bekommt. Jedes Mal steigt der Blutzucker an und muss wieder reguliert werden. Das ausgeschüttete Insulin regt die Zellen dazu an, überschüssige Energie in den Fettzellen zu speichern. Essenspausen hingegen geben unserem System die Möglichkeit, vollständig zu verdauen und Fett zu verbrennen, was sich ja viele wünschen.

Außerdem führt das Fasten dazu bewusster zu essen und wieder zu spüren, wann der Körper wirklich Hunger hat und Nahrung braucht.

Was ist Intervallfasten? Wie funktioniert es?

Einfach ausgedrückt heißt Intervallfasten, dass man alles essen darf, aber nur zu bestimmten Zeiten. Essensphasen und Essenspausen wechseln sich ab.

Es bedeutet nicht, dass es keine Rolle spielt was und wie viel man zu den Mahlzeiten isst. Intervallfasten ist kein Freifahrtschein für sinnlose Völlerei mit ungesunden Lebensmitteln.

Allerdings macht es einen Unterschied, ob man sein gewohntes Essen in üblicher Menge verteilt auf viele Mahlzeiten mit relativ kurzen Pausen dazwischen zu sich nimmt, oder ob man es in einem bestimmten Zeitfenster isst und anschließend eine längeres Intervall ohne Mahlzeit einhält. Die Pausen können der Gesundheit zuträglich sein.

Wenn Du überflüssige Kilos loswerden möchtest, benötigst Du aber trotzdem ein Energiedefizit. Also weniger Kalorien aufnehmen als verbrauchen. Es werden beim Intervallfasten zwar keine Kalorien gezählt, aber die Essenpausen bzw. die geringere Anzahl an Mahlzeiten und das bewusstere Essen führen häufig zu einer geringeren Energieaufnahme. Auch wenn grundsätzlich nichts verboten ist, solltest Du überwiegend frische, gesunde Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs verzehren, um den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

Hier gilt, was grundsätzlich immer gilt: ausgewogen und vielfältig essen und Ungesundes einschränken (Alkohol, Zucker, Fastfood, stark verarbeitete Lebensmittel, ungesundes Fett).

Varianten

Beim Intervallfasten gibt es viele verschiedene Varianten. Die zwei bekanntesten sind:

5:2 (an fünf Tagen normal essen, an zwei Tagen nur 500 Kalorien (Frauen) oder 600 Kalorien (Männer); die Fastentage sollen nicht aufeinander folgen)

16:8 (16 Stunden fasten 8 Stunden essen; empfohlen werden zwei Mahlzeiten)

Die 16:8 Methode ist für die meisten am besten in den Alltag zu integrieren. Mit der Nacht und dem Schlaf ergibt sich automatisch schon eine längere Pause. Zusammen mit der Zeit nach der letzten Mahlzeit und der Zeit vom Aufstehen bis zur nächsten Mahlzeit kommt man so relativ einfach auf 16 Stunden. Wenn Du mit 16 Stunden Pause überfordert bist, kannst Du auch erst mal mit 12 oder 14 Stunden beginnen.

Was ist zu beachten?

Während des Fastens dürfen nur kalorienfreie Getränke wie Wasser und Tee getrunken werden. Andere Getränke, wie beispielsweise Säfte, bitte zu den Mahlzeiten trinken.

Wer seinen Essensrythmus umstellen möchte, braucht etwas Geduld. Der Einstieg ist manchmal nicht ganz leicht. Wenn sich Dein Körper an den Rhythmus gewöhnt hat, dann hältst Du die Intervalle gut durch, ohne starkes Hungergefühl.

Auch beim Intervallfasten gilt, was grundsätzlich in der Ernährung zu beachten ist. Keine Ernährungsweise passt zu allen. Es gibt auch Menschen, die sich mit Fasten nicht wohlfühlen oder nicht leistungsfähig sind.

Achtung: ausreichend essen, damit es Intervallfasten ist und nicht Hungern!!

Fazit

Intervallfasten ist eine gesunde Methode, um Abstand zur üblichen evtl. zu belastenden Ernährungsweise zu nehmen und ein Anlass, grundsätzlich bewusster zu essen.

Nicht jeder soll oder muss fasten. Wenn man sich gesund ernährt und auch so fühlt, ist alles in Ordnung. Kinder und Jugendliche im Wachstum, Schwangere und Stillende, Menschen mit Untergewicht, Essstörungen oder chronischen Krankheiten (zum Beispiel: Diabetes Typ 1) sollten vorher mit ihrem Arzt sprechen.

 

 

 

 

 

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